05.07. In der Ruhe liegt die Kraft

Heute bin ich vor 7h wach geworden. In der Nacht hörte ich öfter ein Schnarchen aus einem der Nachbarzelte. 

Mein Smartphone zeigte 9 Grad für Molines an. Der Campingplatz liegt ja noch etwas höher. Außerhalb des Schlafsacks war es schon kalt und es wehte ein leichter Wind. Aber wenn sich hier erstmal die Sonne zeigt, wird es schnell warm. Dann kurz vor halb acht trafen die ersten Sonnenstrahlen auf mein Zelt.
Meine App zeigt jetzt auch mal für die nächsten Tage mehr Sonnentage als Gewittertage an – juhu. Heute Morgen gab es zum Frühstück die am Vortag bestellten Backwaren. Croissant und Pan aux Raisins (Rosinenschnecke). Das Croissant war Standard, die Rosinenschnecke schon deutlich besser. Deswegen wohl auch der Preisunterschied von 1,20€. Beim Abholen der Backwaren habe Hinweise auf Foodtrucks gesehen, die den Campingplatz besuchen. Eigentlich wollte ich heute eine Wanderung machen. Aber dann habe ich doch lieber die ruhige Atmosphäre auf dem Platz genossen, den Vögeln gelauscht und geruht. Das war auch sehr sehr schön 🙂. Irgendwann nach dem Frühstück hatte ich mich ins Zelt gelegt, bin wie in Trance eingeschlafen und immer mal wieder wach geworden. Im Zelt zu liegen war angenehm, weder zu kalt noch zu warm. Und ich war vor den Insekten geschützt. So richtig ausgeschlafen hatte ich dann, als die Kirchglocke zweimal schlug – was 😯, schon zwei Uhr?! Ja, das kommt hin, denn ich hatte auch schon wieder Hunger 😊. Wow, nachmittags immer noch kein einziges Wölkchen am Himmel und im Schatten unter den Bäumen am Zelt ging ein angenehmes Lüftchen. Jetzt weiß ich auch, warum sich der Platz heute so schlagartig füllte. Morgen beginnen schon die französischen Ferien. Ich hatte dann für morgen noch eine Tourplanung gemacht und mich anschließend noch etwas am Bach aufgehalten. Mir ist wieder eine Wanstschrecke begegnet,  die wohl offiziell Sattelschrecke heißt. Und ich habe am Bach an einem Stein eine leere Larvenhülle einer Steinfliege gesehen. Diese Larven leben über Jahre im Wasser. Der Fundort spricht für eine Wasserqualität der Güteklasse I und ist ein sehr guter Bioindikator. Auch ein Cocoon eines Nachtfalters war nicht weit davon entfernt an einem Stein befestigt. Dann sind da noch Schmetterlinge über mich hergefallen 😉. Ich werde auch noch ein paar Clips auf der Videoseite einstellen.
Tja, mit der schönen Ruhe hier auf dem Platz war es dann heute Abend zumindest vorbei, als ein Nachbar seine Musikbox auspackte und der Nachbarschaft seinen Musikgeschmack demonstrierte. War jetzt nicht übermäßig laut, aber schon hörbar. Auf einem Campingplatz muss man auch damit rechnen. Und wieder ist ein Tag so gut wie vorbei.
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04.07. Entspannter Wandertag

Heute Morgen sah ich beim Café holen auf dem Campingplatz, dass man jetzt Backwaren bestellen kann. Cool, das hatte ich gleich für morgen genutzt und zwei Teilchen bestellt. Auch nicht schlecht, einfach mal nur 50 Meter zum Frühstück zu laufen 😉. Die Wetteraussicht für heute stand auf Sonne pur. Mit leichtem Gepäck ging es nach dem Frühstück, aufgrund des Trailrunning-Events in Saint Véran, in eine andere Himmelsrichtung. Im Video könnt ihr mich auf den Pass der Käsewiesen begleiten – zum Col des Prés de Fromage. Der Name soll da her kommen, da man früher die Milch der dort oben weidenden Kühe, aus Gründen der Haltbarkeit, direkt vor Ort zu Käse verarbeitet hatte. Die geplante Strecke war eine Rundtour vom Campingplatz aus, überwiegend durchs Grüne und nicht alpin.
Eine überwiegend angenehme Tour – ich habe im Nachhinein erfahren, dass die schöne Hütte oben, an der ich vorbei kam, eine offene unbewirtschaftete Schutzhütte ist. Wenn ich das gewusst hätte, wäre ich mal rein gegangen. Von außen sah sie schon wie ein kleines Wohnhaus oder ein Ferienhaus aus. Sie heißt „Le Clot Henry“ und ich habe schöne Innenfotos im Internet von ihr  gefunden – auch innen sehr liebevoll eingerichtet. Eher eine Ausnahme. Sie wurde durch lokale Initiative restauriert.
Die heutige Strecke war auch nicht überlaufen, vereinzelt traf man mal auf andere Personen. So zwischen 17 und 18h war ich hungrig wieder im Camp zurück und machte mich über eine Konserve her.
Noch etwas in die digitale Welt abgetaucht und da war es auch schon wieder Zeit zum Schlafen.
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03.07. Tag auf dem Campingplatz

Nachdem ich heute dreiviertel des Tages im Camp verbracht und unter anderem am Blog gearbeitet sowie einen zweiten Waschgang vollzogen hatte, bin ich spät nachmittags nach Molines zum Einkaufen gelaufen. Mein leer gewordener Marmeladenvorrat wieder auffüllen und noch Käse kaufen. Der Tag verging heute wieder wie im Flug. Also an einem Pizzaschild vorbeizulaufen ist schon nicht so einfach für mich 🙂. Hier wird öfter Pizza in Restaurants angeboten. Aber ich kann auch nicht so oft essen gehen. Das schlägt auf die Dauer ganz schön zu Buche. So gab es heute Abend Baguette, Sardinen und Käse. Anschließend ging es früh in den Schlafsack noch etwas recherchieren vor dem Schlafen.
 

Gang über den Campingplatz Chanterane

Manuelle Waschmaschine

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02.07. Waschtag

Die Campingplatz-Betreiberin sagte heute Morgen, dass es letzte Nacht bis 5 Grad runtergekühlt hatte. Ich hatte mir nachts zwar eine Mütze aufgezogen und die Beine waren schon kalt, deswegen hatte ich mir gerade die Regenjacke über den Schlafsack gelegt, aber ansonsten war ich nicht voll eingekleidet, wie das manche Tage zuvor war. Heute gab es wieder Frühstück auf dem Platz, ich hatte ja noch etwas Baguette. Marmeladen und Butter waren auch noch da. Für heute hatte ich keine große Tour geplant, ich wollte etwas Wäsche waschen und ich brauche noch einen Sekundenkleber. Außerdem hatte ich heute Morgen ein Ziehen im Rücken – entweder in letzter Nacht passiert oder vom Rucksack verspannt. Von daher heute nur mit leichtem Gepäck. Meinen Blog muss ich auch noch um die letzten beiden Tagen ergänzen. Also folgte nach dem Frühstück das Handwasch-Programm. Mit Drybag klappt das ganz gut – eine manuelle Mini-Waschmaschine. Ich lade noch einen kurzen Clip dazu hoch. Nach der Wäsche ging es nach Saint Véran. Für La Carotto war ich zu früh – oder zu spät. Die hatten gerade Mittagspause. Dann halt zu einem Outdoor-Laden in der Dorfmitte. Auf dem Weg dorthin sah ich auf einmal auch wieder diese rosa Fähnchen. Da musste ich mal recherchieren. Achso – vom 3.-5. Juli findet ein großes Trailrunning-Event statt und am 4. Juli ist Saint Véran Mittelpunkt. Also dann am Samstag definitiv nichts in Saint Véran oder der Richtung, wo die Fähnchen stecken, unternehmen.
Im Outdoor-Laden angekommen, habe ich mich nach einem Sekundenkleber umgeschaut aber keinen gefunden. Die Verkäuferin war in ein Gespräch vertieft, also zog ich wieder weiter und wurde fündig – und zwar beim Pizzamann mit dem kleinen Laden. Die Verständigung hat kurz gedauert, aber dann griff er nach einem Tübchen Sekundenkleber für gerade mal einen Euro. Da kann man nicht meckern und ich konnte später meine Brille kleben. Produktiver Tag.
Es folgte das Standardprogramm – essen und dann schlafen.
Achso, ich habe über die Heuschrecke im Video recherchiert. Ich hatte ja noch ein zweites Exemplar gesehen, die ist ziemlich plump von mir weg gesprungen. Die beiden Exemplare gehören anscheinend zur Gattung der Wanstschrecke, eine der größten Heuschreckenarten Mitteleuropas und stark gefährdet und extrem selten. Ihre Flügel sind stark zurückgebildet und sie hat einen Wanst. Daher ist das andere Exemplar so untypisch gesprungen – das war ein „Not-Hüpfer“. Normalerweise laufen sie nur. Auf dem Video ist ein Männchen zu sehen, erkennbar an der Zange am Hinterleib, womit sie sich bei der Paarung an den Weibchen festhalten. Das war die Gutenacht Geschichte 😉.
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01.07. Auf zu neuen Höhen

Für heute hatte ich eine Gipfel- und Bergpass-Tour geplant. Dafür wollte ich wieder mit der ersten Navette hoch bis ein Stück vor die Kapelle Clausis fahren.
Um 7h lief ich los, knapp eine Stunde später war ich bei La Carotto, wo sich auch die erste Haltestelle befindet. Die erste Navette des Tages fährt von dort ab, ansonsten ist die nächste und Haupt-Haltestelle ca. 1Km weiter am Ende des Ortes. Ich hatte noch Zeit zum Einkaufen und Frühstücken.
Rechtzeitig ging ich dann zur Bushaltestelle und wartete auf die 8.50h Navette. Aber es kam keine. Hmm, ein Blick auf den Fahrplan und das Datum erklärte es dann. Ab heute begann ein anderer Fahrplan und die erste Navette fuhr schon 1 Std. früher. Na dann, neuer Plan – der nächste Shuttlebus fuhr 9.10h vom Ende des Dorfes ab. Also Beine in die Hand und los. Auf dem Weg kam ich an der Stelle vorbei, wo es das leckere Frühstück gab. Und die haben auch belegte Baguettes. Also rein gestürmt und nach einem Baguette-Sandwich gefragt. Ich bekam direkt eines frisch zubereitet – perfekt, Lunchpaket war also gesichert.
Vor der Abfahrtszeit war ich dann an der Bushaltestelle, an der auch schon eine größere Menge Menschen warteten.
Es kam wieder ein großer Bus und diesmal kaufte ich auch gleich das Rückticket mit. Die heutige Tourlänge war für mich auch mit Bustransfer schon ausreichend. Ich stieg als letzter Fahrgast ein und blieb direkt vorne beim Fahrer stehen, da der Bus wieder  komplett voll war. Bester Platz direkt an der Frontscheibe 🙂. Auf ging es wieder zur Endhaltestelle und dann zu Fuß weiter den bekannten Weg, vorbei an Kapelle und ehemaliger Kupfermine.
Ich kam dann an eine Abzweigung und folgte dem Pfad hoch zum Col de Chamoussiére (2884m). Ein überwiegend schmaler Pfad über die Wiesenhänge, stellenweise durch Bäche und an sich bemerkbar machenden Murmeltieren vorbei. Ich glaube es ist bequem für die Murmeltiere ihre Löcher an den etwas tiefer liegenden Pfaden zu setzen. Man sah dort regelmäßig Ausgrabungen und teilweise ordentliche Aushube direkt auf den Pfaden aufgetürmt. Je weiter es hoch ging, umso kälter wurde es, und windiger. Es war zwar bewölkt und ich beobachtete auch das Wetter, aber ich vertraute schon auf den Wetterbericht – zumindest kein Regen.
Ein entgegenkommender Wanderer sagte etwas auf französisch zu mir, was mir zumindest das Gefühl vermittelte – grünes Licht für „oben“.
Ich kam dann zum Col de Chamoussiére mit herrlichem Ausblick. Allerdings auch ziemlich windig. Ich fand eine schöne windgeschützte Stelle, wo ich Picknick machen konnte. Anschließend ging es weiter aufwärts. Rosa Fähnchen im Boden am Weg entlang? Hmm. Mit einem kleinen Umweg ging es dann zu einer nahegelegenen Bergspitze – toller Ausblick. Für eine freudige Ausflugsgruppe habe ich dort einige Fotos gemacht und natürlich auch für mich. So ein Ausblick fasziniert mich immer wieder und erfüllt mich mit tiefer Demut vor der Naturgewalt, die solche Bergformationen geschaffen hat. Weiter ging es dann Richtung Col de Saint Véran. Den hatte ich schon einmal angesteuert, allerdings aus entgegengesetzter Richtung. Beim Aufstieg am Grat, sprach mich ein entgegenkommender junger Mann an – ein Parkranger. Er klärte die Wanderer auf, wie sie sich gegenüber den Herdenschutzhunden verhalten sollen. Wenn die auf einen zukommen – nicht direkt anschauen, nach nichts greifen, nicht davonrennen, etc.
Also ich kann gut auf solche Situationen verzichten.
Ok, und weiter ging es auf dieser schönen alpinen Strecke. Am Col angekommen, war es weiterhin windig und auch hier waren immer noch die Fähnchen zu sehen.
Nun ging es abwärts – nur noch abwärts über die Wiesenhänge. Dabei fand ich einen Platz für mein Häuschen. Da hatte wohl schon mal jemand angefangen eine Mauer ein Stück hochzuziehen. An einen Bereich für den Holzofen wurde auch schon gedacht. Und Zimmerpflanzen gibt es da auch schon 🙂. Vermutlich hat hier jemand einen Windschutz errichtet.
Immer weiter abwärts wandernd traf ich dann wieder auf die Piste, kam erneut an der ehemaligen Kupfermine vorbei und steuerte die Navette-Haltestelle an. Dort angekommen, hatte ich noch 1 Std. Wartezeit. Als der Bus da war und die Leute langsam einstiegen, riss sich ein Hund von seinem Besitzer los und rannte einem Murmel hinterher, dass in kurzem Abstand den Weg kreuzte. Atemstillstand – dem Universum sei Dank, verschwand das Murmelchen in einem der Löcher. Der Hund sprang hin und her und versuchte wohl doch noch an das Tierchen heranzukommen. Und was machte der Besitzer? Er schaute zu😠. Gut, er hatte sich wohl, in dem Moment zumindest, an die dortige Leinenpflicht gehalten, und dass sich der Hund losriss, kann passieren. Aber dann so ein Verhalten zu zeigen und erst gar nicht und dann nur ganz allmählich zu seinem Hund zu gehen und die Leine zu nehmen, finde ich verantwortungslos. Er hat dem Hund auch gar nicht gezeigt, dass es nicht in Ordnung war.
Gegen 16.30h kamen wir dann in Saint Véran an, wo ich noch ein Baguette kaufte und den Campingplatz ansteuerte. Hier in der Gegend bringen die Leute, so wie es aussieht, ihren Hausmüll oder den Müll von unterwegs zu Sammelstellen – auch getrennt wie in Deutschland. Öffentliche kleine Mülltonnen sieht man hier kaum.
Irgendwie hatte ich den ganzen Tag kein oder kaum Telefon/Mobilfunk-Netz. Selbst auf dem Campingplatz, wo ich sonst hatte –  nichts. Bei der manuellen Suche, fand das System überhaupt keinen Anbieter. Ich dachte schon, vielleicht ist der einzige Mobilfunkmast in der Nähe umgefallen. Plötzlich wurden wieder Anbieter angezeigt und ich bekam wieder Zugang zum Netz. Dann war es auch schon Zeit fürs Abendessen und den Schlafsack. Ich habe noch ein paar Videoclips auf die Video-Seite hochgeladen. Hier klicken.
Liebe Grüße und bis bald 🙂.

Zu den Videos

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30.06. Einkaufstag

Letzte Nacht war es nicht so kalt, zumindest hatte ich keine Regenklamotten an 🙂.
Morgens hieß es dann, auf zu La Carotto Baguette kaufen und etwas von der offenen Himbeere-Marmelade. Eine andere Sorte Chips gab es auch 🙂. Dann wieder zurück zum Campingplatz zum Frühstücken. Heute habe ich auch meinen Kühlschrank vergrößert. Ich hatte noch einen größeren Drybag dabei und noch eine große Faltflasche. So extrem heiß ist es hier unter den Bäumen aber glücklicherweise auch nicht.
Bis zum späten Nachmittag habe ich die nächste Tour geplant und noch etwas gechillt. Dann bin ich zum zweiten Einkauf aufgebrochen – nach Molines. Als ich wieder auf dem Rückweg war, fing es an zu regnen. Die Regenjacke habe ich dann zumindest irgendwann ausgepackt, die Hose wurde etwas naß, trocknete aber schnell im Zelt. Diese Hose hat schon so einige Touren mitgemacht und ich habe sie schon einige Male reparieren lassen.
Abendessen gab es dann im Zelt – Baguette, Wurst, Blauschimmelkäse und saure Gürkchen. Dann war auch schon Schlafenszeit und der Tag so gut wie vorbei. Der Campingplatz ist abends relativ früh in Nachtruhe. Vielleicht liegt es auch daran, dass noch nicht so viel  los ist. Die französischen Ferien haben noch nicht begonnen. Ich finde die Ruhe hier auf jeden Fall sehr angenehm.
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29.06 Fauler Tag

Heute lasse ich es langsam angehen, war das Motto.
Ab ca. 9h öffnet die Rezeption auf dem Platz, meistens früher. Da gibt es zumindest Café. Also blieb vorab genug Zeit für die Dusche. Gestern hatte ich mir noch ein do-it-yourself Kühlschrank gebaut, da es hier nur eine Gefriertruhe gibt. Also ein paar Wasserflaschen eingefroren und im Wechsel in den Drybag – fertig. Und heute Morgen war sogar noch Eis in der Flasche. Perfekt, dann gab es Café, Baguette von gestern (mittlerweile weich) und Marmelade.
Ab Mittags hat sich der Himmel zugezogen, es wurde windig und kalt, regnete und donnerte. Das hieß für mich – Home-Office und Hausarbeit 🙂. Es gab noch genug für meinen Blog nachzuarbeiten und bis auf die wiederkehrende Kälte (gegen die ich ja was machen konnte), war es gemütlich im Zelt. Ich lauschte dem Regen 
und Donner, während ich am Smartphone hantierte. Heute war definitiv kein guter Tag für eine entspannte Bergtour. Fertiggerichte zur Auswahl für Mittagessen hatte ich noch. Abendessen besorgen ist dann weggefallen. Es hat bis gegen Abend geregnet. Deswegen gab es dann den regionalen Ziegenkäse zum Abendessen. Ich muss mir unbedingt noch was haltbares brotartiges oder ähnliches für solche Fälle besorgen. Oder Kekse oder Brezel. Ich habe dann wieder mein Zelt mit allem Verfügbaren um meine Matratze herum ausgefüttert und mich auf eine kalte Nacht eingestellt. Raus aus dem Zelt bin ich nur noch zur Toilette. Ansonsten war einmummeln angesagt. Wie angekündigt, habe ich noch ein paar Fotos von gestern hochgeladen. Auf zwei Fotos sind Murmeltiere zu suchen (auf einem Foto ist ein großer Stein …) Das Frühstück – Foto ist von heute – die anderen Fotos noch von gestern. Und ich habe auch noch eine Zusammenstellung von Videoclips der letzten Tage mit dabei.
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28.06. Lange Tour

Ich machte schon vor dem Wecker die Augen auf, den hatte ich für 5.45h gestellt. Langsam wach werden und dann auf Toilette und frisch machen. Ja, es war letzte Nacht definitiv nicht so kalt. Aber morgens schon, um diese Uhrzeit, oben ohne draußen rum zu laufen, wie das ein junger Mann tat – nee, so warm war es nicht für mich. Ich hatte dann meinen Rucksack gepackt, heute sollte es wieder hoch hinaus gehen.

Es gibt einen Shuttlebus (Navette Clausis), der von Saint Véran aufwärts bis unterhalb von der Kapelle Clausis fährt. Ich wollte gleich die erste Verbindung nutzen, die vom Startpunkt um 8.45h losfährt. Sie hält dann nochmal 5 Minuten später an Ende von Saint Véran, um weitere Passagiere aufzunehmen.
Der Plan war, so früh dort zu sein, dass ich noch zum Bankautomaten und anschließend noch bei la carotto einkaufen und frühstücken kann. Also lief ich um 6.40h los. Eine Stunde Gehzeit brauche ich und gegen 7.40h war ich auch im Ort. Nach dem Bankautomaten war ich dann pünktlich zur Öffnung um 08.00h bei dem Laden. Café haben die keinen, aber Milch ist auch mal ok. Aprikosen sind auch toll. Cool, die hatten zwei Sorten offene Marmeladen, die man sich dann in Schälchen abwiegen lassen konnte. Ich nahm Heidelbeere. Leider hatte ich nicht aufgepasst und sie hatte das ganze kleine Schälchen voll gemacht. Eigentlich wollte ich ja nur zum Frühstück Marmelade, aber egal – ich freute mich schon auf die Marmelade 🙂. Und ein typischer Bergkäse aus der Region für unterwegs gab es auch sowie ein unheimlich tolles krosses Baguette. Ich hatte noch genug Zeit anschließend zu frühstücken. Die Marmelade habe ich nicht ganz geschafft, also musste sie mit. Als Shuttle hatte ich so einen Kleinbus erwartet, es kam aber ein richtiger Bus. Und zu meinem Erstaunen wurde der schon bei der ersten Station ordentlich voll. Der super entspannte Busfahrer fuhr dann mit bestimmt 10 Minuten Verspätung los und wir kamen an die zweite Haltestelle. Dort warteten auch schon relativ viele Menschen. Der Bus wurde komplett voll inkl. Stehmöglichkeiten – hätte ich nicht gedacht. Aber vielleicht wegen Sonntag und dem Wetter. Dann ging es nochmal mit Verspätung los, die Schotter- u. Asphaltpiste aufwärts bis zum Haltepunkt, wo alle ausstiegen. Dann zu Fuß weiter, zuerst kam man an der Kapelle vorbei, dann an einer alten Kupfermine. Natürlich immer aufwärts. Dann kamen wir an eine Kreuzung. Die Menschen verteilten sich in alle Richtungen. Ich lief weiter Richtung Refuge de la Blanche (einer bewirtschafteten Berghütte). Ich schlug aber nicht die Richtung Refuge ein, denn ich war megasatt vom Frühstück und außer Essen, gab es keinen Sinn für mich dort hinzulaufen. Stattdessen entschied ich mich für die beiden Bergseen überhalb. Mittlerweile war ich alleine, weiter oben vor mir sah ich noch jemanden laufen. Ab und zu kamen mir Wanderer entgegen – oft auch viel ältere Menschen. Ich kann mich immer nur wiederholen – Respekt. Die Leute laufen so selbstverständlich durch die Berge wie wir auf der Rhein-Promenade. Ich kam dann am ersten und anschließend am oberen See vorbei, an dem ich kurz Pause machte. Voll war ich immer noch. Deswegen bin ich dann auch bald aufgebrochen Richtung col de Saint Véran (col = Gebirgspass) an die französisch-italienische Grenze. Krasse Umgebung unterwegs. Teilweise über Pfade, teilweise über Steinfelder, bei denen man sich an den Steinmännchen orientiert (Steintürmchen). Am col kam ich vor 13h an und überlegte noch einen weiteren col mitzunehmen, entschied mich aber dagegen und machte mich auf den Weg nach unten Richtung Refuge. Immer Mal wieder zeigten sich Murmeltiere. Wer murmelt hier, wer murmelt hier, das ist bestimmt ein Murmeltier. Wenn es murmelt dort und hier, dann ist es wohl ein Murmeltier 🙂. Das fällt einem dann unterwegs so ein 😉. Ich höre es gerade in der Ferne ordentlich gewittern – heute waren Wärmegewitter angekündigt.
Aber zurück zum Abstieg. Ich kam am Refuge an. Zwar hatte ich Baguette und Käse dabei – aber so ein Omelett… 🙂. Ich hatte Glück, zum Essen gibt es nur ein kurzes Zeitfenster von 12-14h und da war ich gerade noch drin. Das musste ein Zeichen sein. Als her mit dem Teil. Ich war überrascht von der Üppigkeit, dann hatte sich die Investition glücklicherweise gelohnt. Für das Omelett musste ein Huhn vermutlich eine ganze Woche lang Eier legen. Danke Huhn. Achja, es war ein Omlett mit Käse. Danke Kuh. Gut gestärkt ging es kurz nach 14h los. Satt läuft es sich doch entspannt, finde ich 🙂. Ich wollte jetzt den ganzen Weg zum Campingplatz zurücklaufen. Aber nicht komplett über die unbeschattete langweilige Piste, sondern überwiegend durch einen bewaldeten Teil und am Bach entlang. Etwas weiter weg sah ich jemanden mit einem Wanderesel laufen. Der Rückweg war ein sehr schöner Weg – aber es zog sich doch. Vor allem dann die letzten Kilometer bis zum Campingplatz. Irgendwann nach kurzen Sitzpausen, kam ich dann ziemlich fertig nach ca. 19 bis .. km gegen 18h auf dem Campingplatz an.
Viel ist dann nicht mehr passiert, ich bin dann schon bald müde im Schlafsack abgetaucht. Wegen eines Limits, kann ich heute nicht alle Fotos hochladen, die ich wollte. Ich hänge sie morgen mit dran.
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27.06. Bekannte Gesichter

Heute Morgen hieß es wieder 1 Std. nach Saint Véran laufen. Kurz nachdem ich den Campingplatz verlassen hatte, kam ich an eine Abzweigung. Dort stand ein Schild für den rechten Weg: Für Fußgänger und Radfahrer gesperrt wegen Einsturzgefahr. Genau daher kam ich mit den beiden Patous. Ich hatte kein Schild gesehen, aber ich stieß auch von der Station her auf den Weg. Ich kann mich schon an eine Stelle erinnern, die nach einem Erdrutsch aussah, aber sah auch begehbar und nicht gefährlich aus und wir sind drüber gegangen. Ich ging dann heute den anderen Weg nach Saint Véran und dort gab es mal ein Baguette mit regionalem Käse belegt. Während dem Frühstück genoss ich den Ausblick und recherchierte am Smartphone. Noch etwas durch den Ort geschlendert und dabei ein weiteres altes Backhaus entdeckt und dann ging es die Strecke um die Mittagszeit wieder zurück. Dabei kamen mir noch in Saint Véran zwei bekannte Gesichter entgegen. Die beiden Mini-Esel liefen in das Dörfchen rein, als ob sie das immer tun. Mit Glöckchen und nahmen das eine und andere Grüne vom Wegesrand dabei mit.
Am Campingplatz angekommen, recherchierte ich weiter für meine morgige Tour und machte ein kurzes Mittagsschläfchen. Als ich nach dem Aufwachen aus dem Zelt sah, kam da ein älterer Mann über den Platz gelaufen mit einem jungen Patou auf dem Arm 😁. Oje, hoffentlich hat der Kleine keinen Ärger bekommen. Abend wollte ich unbedingt nochmal nach Saint Véran laufen zum Abendessen – Pizza aus dem Holzofen 😊. Auch wenn das nicht typisch französisch oder regional ist, musste ich es testen. Es war in einem kleinen Laden, der einige Lebensmittel zum Verkauf hat und am späten Nachmittag seinen Holzofen für Pizza anfeuert. Im Laden wird man schon leicht mitgeräuchert 😉. Also wieder eine Stunde hin, gegessen und gegen Abend wieder die 4 Km zurückgelaufen. Begleitet vom fast alltäglichen Nachmittags- / Abendgewitter. Aber man hörte es nur, es war weiter weg. Für morgen sagte eigentlich eine App mal kein Gewitter voraus, aber dafür eine andere. Man muss hier eigentlich jeden Tag mit Gewitter rechnen, aber sie müssen nicht unbedingt über einen stattfinden. Und wichtig ist, dass wenn man hoch aufsteigt, zur Gewitterzeit wieder in sicherer Höhe und Umgebung ist. So, morgen will ich frühzeitig los, deswegen geht es heute auch früher in den Schlafsack 😉. Heute Abend ist es spürbar wärmer als die letzten Tage. Ich werde heute auf Regenklamotten verzichten und mich mal leichter anziehen können für die Nacht 🙂. Der Campingplatz wurde heute voller. Eine kleine Männergruppe, die in Zelten übernachten, haben sich in unmittelbarer Nähe niedergelassen und vereinzelt noch andere Durchreisende. Ursprünglich hatte ich ja bis 29.06. hier gebucht, da ich mit dem Gedanken spielte in den Mercantour, einem anderen Nationalpark, weiterzureisen. Aber ich habe mich jetzt entschieden, hier zu verlängern. Erstmal 6 weitere Tage, mit Option auf Verlängerung. Es hat auch schon was Schönes, wenn man sich langsam „einlebt“ und man ja eigentlich das hat, was man möchte oder braucht. Und zur Ruhe kommt. Sicher, wieder eine neue Umgebung zu sehen, ist auch spannend. Aber die Berge hier sind es auch und ich habe bisher nur einen kleinen Teil gesehen. Und wenn ab Anfang Juli der Sommerfahrplan gilt, bin ich auch flexibler. Dann kann ich zum Beispiel auch mal in einen Waschsalon fahren.
So, Zeit zum Schlafen, gute Nacht 🙂.
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26.06. Patou Begleitschutz

Die Nacht war ok, kein Grund zum Meckern. Das mit der zusätzlichen Regenhose hat was gebracht. Auch heute Morgen wieder Sonnenschein und blauer Himmel. Ich dachte gestern eigentlich, dass ich heute kaum laufen könnte, aber es ging 🙂.
Trotzdem wollte ich nach dem Gewaltmarsch (aus meiner Sicht) heute kürzer treten. Von daher – Frühstück ist immer ein guter Einstieg 😉. Diesmal wollte ich aber was in Saint Veran testen. Also los. Die Strecke war länger als zum Bäcker nach Molines – der Weg dauerte ungefähr 1 Std., aber das war ok. Und was soll ich sagen – zum Niederknien. Eines der besten französischen Frühstücke. Danke Universum. Und ich hatte auf französisch bestellt 😁. Und ich wurde auch verstanden. Die Bedienung fragte gleich den Café ab. Also typisch ist ja für einen Café in Frankreich, dass man einen Espresso bekommt, der allongé ist der verlängerte Café (mit Wasser, also dünner) – aber immer noch wenig in der Tasse für deutsche Verhältnisse. Und sie hat mich gleich nach einem doppelten (großen) gefragt, was für mich (und vermutlich auch für andere ausländischen Gäste) die Normalgröße ist – deswegen hatte sie wohl gefragt –  Extrapunkt. Und wie sich später herausstellte ohne Aufpreis.
Ich habe also ein Frühstück mit Baguette und Marmelade bestellt. Dazu gab es frisch gepressten Orangensaft – Extrapunkt. Alternativ hätte ich auch Apfelsaft wählen können. Ich bekam dann das Frühstück auf die Terrasse gebracht mit zwei Sorten reichlich leckerer Marmeladen, reichlich Butter und knusprigen Baguette-Stücken. Tolle Produkte, toller Service. Glücklich ging ich dann weiter zum Ortseingang. Dort gibt es einen Lebensmittelladen „la carotto“. Und ich hatte festgestellt, dass der Laden mir besser sortiert vorkam, als der Laden in Molines. Ich hatte den Eindruck, dass er ein breiteres und umfangreicheres regionale Sortiment hat. Und die beiden älteren Damen hinter der Theke rundeten den sympathischen Eindruck des Ladens noch ab. Also das ist vor Ort mein Lieblingseinkaufsladen. Ich habe dort  eine andere Sorte dieser leckeren Chips gekauft 🙂. Dann ging es weiter. Ich wollte mir die Bushaltestelle bei der Molines Station (Skistadion) ansehen, um das Zubringer-Shuttle in den nächsten Tagen zu nutzen. Diese Bushaltestelle ist etwas näher als die in Saint Veran. Also bin ich dahin gelaufen und auch wieder in die KI Fahrplanauskunftsfalle getappt. Was für eine Odyssee. Okay, es ist auch wirklich nicht einfach, insbesondere für Ausländer wie mich. Es gibt Sommerfahrpläne und Pläne, die davor bzw. danach gelten. Die KI suchte oft erstmal die erstbesten Pläne. Außerhalb der Sommerfahrpläne, muss dann auch schon mal ein Shuttle reserviert werden. Dann gibt es außerhalb von Sommerfahrplänen Ausnahmen, an denen dann doch die Sommerfahrpläne gelten – könnt Ihr mir folgen soweit oder schon abgeschaltet? 😉. Aber ein sehr nervige und zeitaufwändige Sache war es, mal den genauen Standort der Bushaltestelle herauszubekommen. Die KI hat mich durch die ganze Station geführt und sich immer wieder korrigiert. Letztendlich laf das wohl auch an technischen Gegebenheiten. Für die KI lag alles irgendwie direkt zusammen. Mich hat es fast wahnsinnig gemacht, weil die Stellen eben hunderte Meter auseinander lagen und nicht direkt nebeneinander – den exakten Punkt raus zubekommen hatte ich irgendwann aufgegeben und zufälligerweise habe ich dann doch die richtige Bushaltestelle gefunden.Teilweise so wie ganz am Anfang von der KI beschrieben, ein paar Angaben zu Lokalitäten waren jedoch nicht passend, widersprüchlich und verwirrend. Hätte ich mich nicht so sehr auf die Aussage „gegenüber vom Intersport“ festgesetzt, wäre ich vielleicht nicht 50 Meter vor dem Intersport an der Bushaltestelle vorbeigelaufen. Dann sollte direkt gegenüber von Intersport ein Tourismusbüro sein und eine Kindergrippe sollte da auch sein. Ein Tourismusbüro gab es dort keins (später kam raus, dort gibt es wohl einen Info-Stand, aber nur im Sommer), nur öffentliche Toiletten waren an der Stelle. Eine Kindergrippe gab es, aber nicht gegenüber, sondern nebendran. Eine Bushaltestelle gab es bei der Kindergrippe schon, aber keine Hinweise auf das Shuttle. Dann überhaupt sollte da ein großer Parkplatz sein, wo die Bushaltestelle ist, dieser war aber am Ende der Station. Nachdem ich dann genervt den Ort verlassen wollte, sah ich die Haltestelle mit Fahrplan für das Shuttle. Okay, danach wollte ich dann weiter nach Molines laufen – ich hatte schon ein leichtes Hungergefühl. Dort angekommen (Mittagszeit) sah ich, dass das Lokal, das ich ausgewählt hatte, erst abends öffnete. Naja, es gab im Ort Alternativen – wollte ich aber nicht. Dann eben nach Saint Veran zurück, aber nicht laufen. Noch einen Versuch mit der KI. Angeblich war der Bus gerade weg. Aber die KI nannte eine falsche Uhrzeit, wir hatten kurz nach 12h und sie nannte eine Uhrzeit von kurz nach 13h. Diese korrigierte sie dann, also hatte ich noch Zeit, die ich mit Warten verbrachte. Eine halbe Stunde bevor der Bus kommen sollte, lief ich los, um die Bushaltestelle zu suchen, die ganz in der Nähe sein soll. Und es fing wieder an. Angeblich gegenüber vom Proxi Markt, da war aber kein Schild. Hin und her unterhalten. Da ich mich nicht auf die Aussage verlassen wollte, lief ich zurück in Richtung Molines Station, bis ich endlich an eine Haltestelle kam. Und auf dem Plan sah ich dann, dass da heute um die genannte Uhrzeit gar kein Bus kommen wird, was mir dann die KI bestätigt – sorry, falscher Plan. Da sich der Himmel zu zog und auch für bald Gewitter einsetzen sollte, entschloss ich mich weiter zu laufen. Ausgerechnet hatte ich heute Morgen keinen Regenschutz mitgenommen. Also nach Saint Veran laufen, dort leichten Einweg&Regenschutz oder Schirm suchen, was essen und dann zum Campingplatz laufen? Zu dem Zeitpunkt befand ich mich irgendwo zwischen Saint Veran und dem Campingplatz. Pfff, nee – ich nehme die Beine in die Hand und laufe direkt Richtung Campingplatz aufwärts. Als ich die Station hinter mir ließ, sah ich zwei weiße Hunde, die mich auch bemerkten. Mittlerweile fing es an leich zu regnen.  Dann kamen die beiden jungen Patous auf mich zu. Nicht bellend, nur neugierig. Sie liefen neben mir her, manchmal hinter mir, manchmal vorneweg. Hmmm, sie waren nicht aggressiv und bellten kein einziges Mal. Sie begleiteten mich einfach, als ob wir zusammen spazieren gingen, die ganze Strecke, so ca. 2km, bis auf den Campingplatz. Dort suchten sie eine Zeitlang den Campingplatz ab und später verließen sie ihn an einem anderen Ende. Man merkte schon, dass das Wesen eines Patous das autonome Agieren ist. Während sie in Schafherden als Schutzhunde mit leben, müssen sie selbstständig Situationen abwägen und Entscheidungen treffen. Die Hauptaufgabe ist, die Herde vor Wölfen zu schützen, die auch in dieser Region hier schon gesichtet wurden. Ich hatte noch versucht, die beiden von Campingplatz zurückzuführen, nachdem ich mir Regensachen und sicherheitshalber auch die Stirnlampe eingesteckt hatte, aber die hatten dann ihr eigenes Ding durchgezogen und nicht auf mich reagiert. Es war schon eine ungewöhnliche Begegnung mit Patous, die sich so verhalten – aber es waren junge Hunde und ich weiß nicht, ob sie überhaupt als Schutzhunde gedacht sind. Für mich auf jeden Fall war es das Highlight des Tages. Dann versuchte ich es nochmal mir der KI und wollte herausbekommen, ob hier im Ort am Campingplatz ein Bus nach Saint Veran fährt. Ja dort ist eine Bushaltestelle, habe ich persönlich überprüft, aber es hängt kein Plan. Und die Bushaltestelle sollte für beide Richtungen gelten. Was mich stutzig machte – der Ort tauchte im Fahrplan nicht auf – auch in der App nicht. Die KI meinte, weil das eine Bedarfshaltestelle sei, wird sie nicht im Plan genannt. Der Bus würde an der Haltestelle sowieso vorbeifahren und die einheimischen wüssten, wieviel Minuten sie von der davorliegenden offiziellen Bushaltestelle draufrechnen müssten. Man müsste allerdings dem Busfahrer winken, damit er hält. Aber morgen würde der Bus nicht fahren, weil der Sommerfahrplan noch nicht gelte. Ich sah dann aber im Fahrplan für morgen und übermorgen eine Ausnahme, die die KI dann auch bestätigte. Aber ob dort tatsächlich der Bus halten würde, habe ich nicht sicher herausfinden können. Tja, KI ist grundsätzlich schon wirklich hilfreich und dafür bin ich auch sehr dankbar – aber bei Fahrplänen, Positionsangaben und Entfernungen sollte man ruhig auch Mal hinterfragen oder nochmal bestätigen lassen bzw. sie unterstützen. Ich denke, in dem Bereich wird sie sich noch verbessern.
Für heute genug erlebt und gelaufen. Bald ist Zeit für den Schlafsack 🙂.
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