28.06. Lange Tour

Ich machte schon vor dem Wecker die Augen auf, den hatte ich für 5.45h gestellt. Langsam wach werden und dann auf Toilette und frisch machen. Ja, es war letzte Nacht definitiv nicht so kalt. Aber morgens schon, um diese Uhrzeit, oben ohne draußen rum zu laufen, wie das ein junger Mann tat – nee, so warm war es nicht für mich. Ich hatte dann meinen Rucksack gepackt, heute sollte es wieder hoch hinaus gehen.

Es gibt einen Shuttlebus (Navette Clausis), der von Saint Véran aufwärts bis unterhalb von der Kapelle Clausis fährt. Ich wollte gleich die erste Verbindung nutzen, die vom Startpunkt um 8.45h losfährt. Sie hält dann nochmal 5 Minuten später an Ende von Saint Véran, um weitere Passagiere aufzunehmen.
Der Plan war, so früh dort zu sein, dass ich noch zum Bankautomaten und anschließend noch bei la carotto einkaufen und frühstücken kann. Also lief ich um 6.40h los. Eine Stunde Gehzeit brauche ich und gegen 7.40h war ich auch im Ort. Nach dem Bankautomaten war ich dann pünktlich zur Öffnung um 08.00h bei dem Laden. Café haben die keinen, aber Milch ist auch mal ok. Aprikosen sind auch toll. Cool, die hatten zwei Sorten offene Marmeladen, die man sich dann in Schälchen abwiegen lassen konnte. Ich nahm Heidelbeere. Leider hatte ich nicht aufgepasst und sie hatte das ganze kleine Schälchen voll gemacht. Eigentlich wollte ich ja nur zum Frühstück Marmelade, aber egal – ich freute mich schon auf die Marmelade 🙂. Und ein typischer Bergkäse aus der Region für unterwegs gab es auch sowie ein unheimlich tolles krosses Baguette. Ich hatte noch genug Zeit anschließend zu frühstücken. Die Marmelade habe ich nicht ganz geschafft, also musste sie mit. Als Shuttle hatte ich so einen Kleinbus erwartet, es kam aber ein richtiger Bus. Und zu meinem Erstaunen wurde der schon bei der ersten Station ordentlich voll. Der super entspannte Busfahrer fuhr dann mit bestimmt 10 Minuten Verspätung los und wir kamen an die zweite Haltestelle. Dort warteten auch schon relativ viele Menschen. Der Bus wurde komplett voll inkl. Stehmöglichkeiten – hätte ich nicht gedacht. Aber vielleicht wegen Sonntag und dem Wetter. Dann ging es nochmal mit Verspätung los, die Schotter- u. Asphaltpiste aufwärts bis zum Haltepunkt, wo alle ausstiegen. Dann zu Fuß weiter, zuerst kam man an der Kapelle vorbei, dann an einer alten Kupfermine. Natürlich immer aufwärts. Dann kamen wir an eine Kreuzung. Die Menschen verteilten sich in alle Richtungen. Ich lief weiter Richtung Refuge de la Blanche (einer bewirtschafteten Berghütte). Ich schlug aber nicht die Richtung Refuge ein, denn ich war megasatt vom Frühstück und außer Essen, gab es keinen Sinn für mich dort hinzulaufen. Stattdessen entschied ich mich für die beiden Bergseen überhalb. Mittlerweile war ich alleine, weiter oben vor mir sah ich noch jemanden laufen. Ab und zu kamen mir Wanderer entgegen – oft auch viel ältere Menschen. Ich kann mich immer nur wiederholen – Respekt. Die Leute laufen so selbstverständlich durch die Berge wie wir auf der Rhein-Promenade. Ich kam dann am ersten und anschließend am oberen See vorbei, an dem ich kurz Pause machte. Voll war ich immer noch. Deswegen bin ich dann auch bald aufgebrochen Richtung col de Saint Véran (col = Gebirgspass) an die französisch-italienische Grenze. Krasse Umgebung unterwegs. Teilweise über Pfade, teilweise über Steinfelder, bei denen man sich an den Steinmännchen orientiert (Steintürmchen). Am col kam ich vor 13h an und überlegte noch einen weiteren col mitzunehmen, entschied mich aber dagegen und machte mich auf den Weg nach unten Richtung Refuge. Immer Mal wieder zeigten sich Murmeltiere. Wer murmelt hier, wer murmelt hier, das ist bestimmt ein Murmeltier. Wenn es murmelt dort und hier, dann ist es wohl ein Murmeltier 🙂. Das fällt einem dann unterwegs so ein 😉. Ich höre es gerade in der Ferne ordentlich gewittern – heute waren Wärmegewitter angekündigt.
Aber zurück zum Abstieg. Ich kam am Refuge an. Zwar hatte ich Baguette und Käse dabei – aber so ein Omelett… 🙂. Ich hatte Glück, zum Essen gibt es nur ein kurzes Zeitfenster von 12-14h und da war ich gerade noch drin. Das musste ein Zeichen sein. Als her mit dem Teil. Ich war überrascht von der Üppigkeit, dann hatte sich die Investition glücklicherweise gelohnt. Für das Omelett musste ein Huhn vermutlich eine ganze Woche lang Eier legen. Danke Huhn. Achja, es war ein Omlett mit Käse. Danke Kuh. Gut gestärkt ging es kurz nach 14h los. Satt läuft es sich doch entspannt, finde ich 🙂. Ich wollte jetzt den ganzen Weg zum Campingplatz zurücklaufen. Aber nicht komplett über die unbeschattete langweilige Piste, sondern überwiegend durch einen bewaldeten Teil und am Bach entlang. Etwas weiter weg sah ich jemanden mit einem Wanderesel laufen. Der Rückweg war ein sehr schöner Weg – aber es zog sich doch. Vor allem dann die letzten Kilometer bis zum Campingplatz. Irgendwann nach kurzen Sitzpausen, kam ich dann ziemlich fertig nach ca. 19 bis .. km gegen 18h auf dem Campingplatz an.
Viel ist dann nicht mehr passiert, ich bin dann schon bald müde im Schlafsack abgetaucht. Wegen eines Limits, kann ich heute nicht alle Fotos hochladen, die ich wollte. Ich hänge sie morgen mit dran.
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2 Kommentare zu 28.06. Lange Tour

  1. Triin sagt:

    Toll! Eier und Dank an die Hühner… Dank an die Kühe… trotzdem muss es ja super langweiliger Tag sein, wenn es kein Tier zu sehen ist (auf den Bildern zumindest). 😀

    Hast du wenigstens versucht einen Schneemann zu bauen?

    • Sandro sagt:

      Ich konnte nicht alle Bilder anhängen (die mit den Tieren fehlen). Ich schicke gleich den heutigen Blog ab, da darfst du auf zwei Fotos das Murmeltier suchen 😉. Die waren meist schneller weg, als ich Fotos machen konnte. Und Schneemann gab’s keinen 😉.

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