01.07. Auf zu neuen Höhen

Für heute hatte ich eine Gipfel- und Bergpass-Tour geplant. Dafür wollte ich wieder mit der ersten Navette hoch bis ein Stück vor die Kapelle Clausis fahren.
Um 7h lief ich los, knapp eine Stunde später war ich bei La Carotto, wo sich auch die erste Haltestelle befindet. Die erste Navette des Tages fährt von dort ab, ansonsten ist die nächste und Haupt-Haltestelle ca. 1Km weiter am Ende des Ortes. Ich hatte noch Zeit zum Einkaufen und Frühstücken.
Rechtzeitig ging ich dann zur Bushaltestelle und wartete auf die 8.50h Navette. Aber es kam keine. Hmm, ein Blick auf den Fahrplan und das Datum erklärte es dann. Ab heute begann ein anderer Fahrplan und die erste Navette fuhr schon 1 Std. früher. Na dann, neuer Plan – der nächste Shuttlebus fuhr 9.10h vom Ende des Dorfes ab. Also Beine in die Hand und los. Auf dem Weg kam ich an der Stelle vorbei, wo es das leckere Frühstück gab. Und die haben auch belegte Baguettes. Also rein gestürmt und nach einem Baguette-Sandwich gefragt. Ich bekam direkt eines frisch zubereitet – perfekt, Lunchpaket war also gesichert.
Vor der Abfahrtszeit war ich dann an der Bushaltestelle, an der auch schon eine größere Menge Menschen warteten.
Es kam wieder ein großer Bus und diesmal kaufte ich auch gleich das Rückticket mit. Die heutige Tourlänge war für mich auch mit Bustransfer schon ausreichend. Ich stieg als letzter Fahrgast ein und blieb direkt vorne beim Fahrer stehen, da der Bus wieder  komplett voll war. Bester Platz direkt an der Frontscheibe 🙂. Auf ging es wieder zur Endhaltestelle und dann zu Fuß weiter den bekannten Weg, vorbei an Kapelle und ehemaliger Kupfermine.
Ich kam dann an eine Abzweigung und folgte dem Pfad hoch zum Col de Chamoussiére (2884m). Ein überwiegend schmaler Pfad über die Wiesenhänge, stellenweise durch Bäche und an sich bemerkbar machenden Murmeltieren vorbei. Ich glaube es ist bequem für die Murmeltiere ihre Löcher an den etwas tiefer liegenden Pfaden zu setzen. Man sah dort regelmäßig Ausgrabungen und teilweise ordentliche Aushube direkt auf den Pfaden aufgetürmt. Je weiter es hoch ging, umso kälter wurde es, und windiger. Es war zwar bewölkt und ich beobachtete auch das Wetter, aber ich vertraute schon auf den Wetterbericht – zumindest kein Regen.
Ein entgegenkommender Wanderer sagte etwas auf französisch zu mir, was mir zumindest das Gefühl vermittelte – grünes Licht für „oben“.
Ich kam dann zum Col de Chamoussiére mit herrlichem Ausblick. Allerdings auch ziemlich windig. Ich fand eine schöne windgeschützte Stelle, wo ich Picknick machen konnte. Anschließend ging es weiter aufwärts. Rosa Fähnchen im Boden am Weg entlang? Hmm. Mit einem kleinen Umweg ging es dann zu einer nahegelegenen Bergspitze – toller Ausblick. Für eine freudige Ausflugsgruppe habe ich dort einige Fotos gemacht und natürlich auch für mich. So ein Ausblick fasziniert mich immer wieder und erfüllt mich mit tiefer Demut vor der Naturgewalt, die solche Bergformationen geschaffen hat. Weiter ging es dann Richtung Col de Saint Véran. Den hatte ich schon einmal angesteuert, allerdings aus entgegengesetzter Richtung. Beim Aufstieg am Grat, sprach mich ein entgegenkommender junger Mann an – ein Parkranger. Er klärte die Wanderer auf, wie sie sich gegenüber den Herdenschutzhunden verhalten sollen. Wenn die auf einen zukommen – nicht direkt anschauen, nach nichts greifen, nicht davonrennen, etc.
Also ich kann gut auf solche Situationen verzichten.
Ok, und weiter ging es auf dieser schönen alpinen Strecke. Am Col angekommen, war es weiterhin windig und auch hier waren immer noch die Fähnchen zu sehen.
Nun ging es abwärts – nur noch abwärts über die Wiesenhänge. Dabei fand ich einen Platz für mein Häuschen. Da hatte wohl schon mal jemand angefangen eine Mauer ein Stück hochzuziehen. An einen Bereich für den Holzofen wurde auch schon gedacht. Und Zimmerpflanzen gibt es da auch schon 🙂. Vermutlich hat hier jemand einen Windschutz errichtet.
Immer weiter abwärts wandernd traf ich dann wieder auf die Piste, kam erneut an der ehemaligen Kupfermine vorbei und steuerte die Navette-Haltestelle an. Dort angekommen, hatte ich noch 1 Std. Wartezeit. Als der Bus da war und die Leute langsam einstiegen, riss sich ein Hund von seinem Besitzer los und rannte einem Murmel hinterher, dass in kurzem Abstand den Weg kreuzte. Atemstillstand – dem Universum sei Dank, verschwand das Murmelchen in einem der Löcher. Der Hund sprang hin und her und versuchte wohl doch noch an das Tierchen heranzukommen. Und was machte der Besitzer? Er schaute zu😠. Gut, er hatte sich wohl, in dem Moment zumindest, an die dortige Leinenpflicht gehalten, und dass sich der Hund losriss, kann passieren. Aber dann so ein Verhalten zu zeigen und erst gar nicht und dann nur ganz allmählich zu seinem Hund zu gehen und die Leine zu nehmen, finde ich verantwortungslos. Er hat dem Hund auch gar nicht gezeigt, dass es nicht in Ordnung war.
Gegen 16.30h kamen wir dann in Saint Véran an, wo ich noch ein Baguette kaufte und den Campingplatz ansteuerte. Hier in der Gegend bringen die Leute, so wie es aussieht, ihren Hausmüll oder den Müll von unterwegs zu Sammelstellen – auch getrennt wie in Deutschland. Öffentliche kleine Mülltonnen sieht man hier kaum.
Irgendwie hatte ich den ganzen Tag kein oder kaum Telefon/Mobilfunk-Netz. Selbst auf dem Campingplatz, wo ich sonst hatte –  nichts. Bei der manuellen Suche, fand das System überhaupt keinen Anbieter. Ich dachte schon, vielleicht ist der einzige Mobilfunkmast in der Nähe umgefallen. Plötzlich wurden wieder Anbieter angezeigt und ich bekam wieder Zugang zum Netz. Dann war es auch schon Zeit fürs Abendessen und den Schlafsack. Ich habe noch ein paar Videoclips auf die Video-Seite hochgeladen. Hier klicken.
Liebe Grüße und bis bald 🙂.

Zu den Videos

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen für den Permalink.

2 Kommentare zu 01.07. Auf zu neuen Höhen

  1. Triin sagt:

    Wow… das ist schon sehr bergsteigerisch! Sehr, sehr schöne Aussicht und scheint seh hoch zu sein!

    Was hättest du gemacht, wenn der Hund das Murmelchen gefangen hätte?

    • Sandro sagt:

      Geheult 🥺. Ich hatte über die Situation auch noch mehrmals nachgedacht. Die einzige Konsequenz wäre wohl gewesen, zu laufen. Nicht weil der Hund sich losgerissen hat, sondern wegen der Reaktion des Besitzers.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert