12.06. Kurze Etappe

Als ich heute Morgen das Zelt öffnete und raus sah, stand da Coquine vor dem Eingang 🙂. Was ein Glück, der Bodenanker hat gehalten. Die heutige Etappe war von der Entfernung relativ kurz, deshalb haben wir es langsam angehen lassen. So langsam, dass während des Anstiegs Coquine die Müdigkeit überkommen hat und sie etwas in meinem Arm mit ihrem Kopf hängend gedöst hat. Dann ging es weiter einen Teil der Strecke, die wir gestern gelaufen sind wieder zurück bis zu einer Brücke. Dort habe ich sie erstmal trinken und dann noch fressen lassen. Irgendwann wollte ich dann wieder aufbrechen und da hörten wir eine Glocke und ein Hund kam in weiterer Entfernung ein Stück auf uns zu und hat uns beobachtet.  Das war wohl eine Schutzhund für Schafherden, mit einer Glocke, um Wanderer frühzeitig zu informieren. Es gibt in den Cevennen Wölfe, deswegen leben oft Hunde in den Schafherden, die ihre „Familie“ gegen Eindringlinge verteidigen. Coquine hatte ihn auch bemerkt. Esel und Hunde sind nicht unbedingt die besten Freunde. Es kann gut funktionieren. Aber von Natur aus, sollten Esel ebenfalls keine Wolfähnliche Tiere mögen – also Hunde. Deswegen wurden auch schon Esel in Herden als Schutztiere eingesetzt, weil sie eher angreifen, anstatt zu flüchten. Ich hatte das schon bemerkt, als Coquine einmal zwei kleinere Hunde vertrieben hatte, die vor ihr rumliefen. Wanderer sind angehalten, sich bezüglich der Schutzhunde an Regeln zu halten. Ich hatte zwar keine Herde gesehen, da  der Hund sich aber auf dem Weg befand, den wir hätten nehmen sollen,  bin ich lieber einen kleinen Umweg gegangen. Auf dem weiteren Weg kamen wir wieder zu einer Brücke, wo ich Coquine trinken ließ. Sie hat wohl schon geahnt, dass wir ans andere Ufer müssen, da sind wir gleich durch den flachen Bach gelaufen. Noch vor 16h kamen wir dann in Gourdouze, einem alten Bergdorf, bei der Gite an. Dorf ist vielleicht übertrieben. Die Unterkunft ist ein schönes Anwesen. Der Betreiber ließ uns schon früher rein und erklärte mir alles. Hier hat Coquine ein sehr großes Areal, wieder für sich alleine. Es sind außer mir noch zwei Paare anwesend, eines davon aus Deutschland. Der Betreiber (Bulgare) hat dann lecker Essen zubereitet, unter anderem einen ganzen Fisch für jeden Gast. Natürlich gab es auch Vorspeise (Suppe) und als Nachtisch Obst, Joghurt und Käse aus der Region. Sehr lecker und reichlich. Ziemlich satt bin ich dann in den Schlafsack gekrochen.
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4 Kommentare zu 12.06. Kurze Etappe

  1. Triin sagt:

    Wie, heute keine Bilder vom Essen?
    Die kleine Brücke sieht aber wirklich niedlich aus. 🙂

  2. Sandro sagt:

    Nee, ich will in Gesellschaft nicht unbedingt Fotos vom Essen machen. 🙂

    • Triin sagt:

      😀 Was zählen die anderen? Es wird denen ja kein Stück herausreißen? Ich glaube, wir machen viel zu viel Sorgen, was die anderen denken oder sagen. Das ist manchmal durchaus auch sinnvoll oder wichtig, aber wenn es etwas ist, was uns von Bedeutung ist, dann glaube ich, ist es eher hinderlich – hinderlich für unser Wohlbefinden, Zufriedenheit und/oder unsere Entwicklung.

      Was die anderen denken? Dann sagst du, dass du den Baum im Hintergrund fotografierst 😀

      • Sandro sagt:

        Bin ja kein Food-Blogger, auch wenn es manchmal vielleicht danach aussieht 😁. In dem Moment hat es sich einfach gut angefühlt, so wie es war. 😊

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