Heute war der Beginn meiner Heimreise. Ich hoffte, dass trotz des Nationalfeiertages die Bäckereien geöffnet hatten. Und so war es dann auch. Da ich schon sehr früh dort war, war auch noch nicht so viel los. Nach zwei Café und zwei Teilchen ging es wieder zum Campingplatz zurück. Mein Zug nach Marseille fuhr ja erst mittags. Also habe ich erstmal gechillt am See gesessen, bevor ich dann so langsam gepackt und das Zelt abgebaut habe. Zeit hatte ich dann immer noch so viel, dass ich mit dem gepackten Rucksack wieder am See saß und einfach nur beobachtete. Noch vor der Mittagszeit bin ich dann von Campingplatz losgelaufen und nochmal beim Bäcker / Café eingekehrt, um ein belegtes Baguette für die Zugfahrt zu kaufen. Nach über vier sich ziehende Stunden im Zug, kam ich dann in Marseille an. Dort hatte ich in der Nähe des Bahnhofs ein Hotelzimmer gebucht. Morgen geht es dann von dort aus mit einem Umstieg in Frankfurt nach Bingen. Ich hoffe, die in der DB-App angekündigten Pass- und Zollkontrollen in Kehl dauern nicht zu lange und der Zug kommt mit ausreichend Umsteigezeit in Frankfurt an.
Tja, zum ersten Eindruck bei meiner Ankunft in Marseille (ich war zwar schon während dieses Urlaubs zum Umsteigen hier, aber da war ich nur in einem Café direkt vor dem Bahnhof) fallen mir nur drei Umschreibungen ein: sehr vermüllt, sehr stinkig und einfach nur laut. In Marseille gibt es mit Sicherheit sehr ansprechende Viertel und vom Bahnhof aus, hat man schon einen tollen Blick runter auf die Stadt. Das Bahnhofsviertel, das sich mir gezeigt hat, wirkte auf mich aber definitiv abschreckend. Auch in Bezug auf die Gestalten, die hier verkehren. Jetzt kann ich auch die diesbezüglichen Hotelbewertungen nachvollziehen. In dem Viertel würde ich es nicht lange aushalten. Vor allem hatte ich auf meinem Weg ständig ekligen Uringeruch in der Nase und das Gefühl, der haftet an mir. Wie kann man hier jeden Tag laufen? Eine Person lag auf einem Karton auf dem Gehweg, ein anderer hatte ein Zelt aufgebaut. Ich verstehe nicht, warum die Stadt hier nicht mehr tut. Das Bahnhofsviertel entscheidet oft über den ersten Eindruck der Besucher. Ich hatte nach dem Gang durch das Viertel das Gefühl, ich müsste mich gleich nochmal duschen. Der Gestank vor und nach dem Essen in den Straßen nach Urin, hat das kulinarische Erlebnis der an sich wirklich guten Pizza (Basque – mit Schafskäse und Piment d’Espelette, einer Chili-Sorte aus den französischen Pyrenäen) massiv getrübt. Einfach nur extrem widerwärtig, dieser gefühlt durchgängige Urin-Gestank – das war ein Schock für mich, wie bei einer eiskalten Dusche. Das hat mir auch die Lust genommen auch nur ein Schritt mehr als notwendig zu machen. Ich war sehr froh, als ich wieder im Hotelzimmer war. Das klimatisierte und im 5. Stock liegende Zimmer ist in Ordnung und das Fenster liegt nach hinten raus. So war es insgesamt auch ruhig. Es gab Security-Personal im Foyer und den Aufzug kann man in Erdgeschoss nur mittels der Schlüsselkarte rufen. Auf dem Zimmer befindet sich eine Toilette, die ich so noch nicht gesehen habe – mit einer Steuerungseinheit für das eingebaute Bidet – nein danke. Die Dusche ist wohl so umständlich, dass man eine Erklärung anbringen musste. Für mich hätte eine einfache Variante völlig ausgereicht. Warm-kalt und Dusche oder Wasserhahn. Aber da gibt es schon mal zwei Duschköpfe, wie ich dann feststellte (einen an der Decke und den anderen an einem Schlauch) und dann wird das ganze über die Armatur am Waschbecken gesteuert und nochmal über einen extra Hebel. Ich glaube, es hat nie länger gedauert eine Dusche in Betrieb zu nehmen, als dort 😉. So, jetzt bin ich müde, auch wenn ich heute körperlich nichts geleistet habe. Gute Nacht 🙂.









Die Pizza sieht ja wirklich lecker aus, und groß.
Das muss wieder mal einer der langweiligeren Tage gewesen sein – wieder keine Tierchen zu sehen. Wie hält man die Reise so überhaupt aus? 😀
Die hatten dort echt interessante Pizza-Varianten. Ich bin froh, dass keine Tierchen im Salat waren 😉 .